“www.superhumus.de bindet Kohlendioxid (CO2) in der Erde” ist die Schlagzeile mit der ein uraltes Verfahren aus dem Amazonas die Klimaschützer elektrisiert. In Zeiten von Kohleausstieg und Klimawandel ist dieser Klimasektor mit einmal wieder im Fokus.

In Berlin und Brandenburg gewinnt eine Terra Preta Technik aus Südamerika immer mehr Fans, denn mit Terra Preta läßt sich ein Erdboden herstellen, der extrem fruchtbar ist und Treibhausgase bindet. Genau das benötigen die ausgelaugten Böden in Berlins Umland.

Das Einfache daran ist, dass man früher Pflanzenabfälle wegwarf oder sie zu kurzfristig wirkenden Humus verarbeitete, der das Kohlendioxid mit 1-2-jähriger Verzögerung in die Luft abgibt. Heute ist Fermentierung das Stichwort, dass den Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid im Boden hält.

Den Superhumus stellt das kleine Schöneberger Unternehmen TERRA PRETA GmbH unter Leitung des Biochemikers Dirk Krischenowski her, testet selbst und hat damit bereits an Studienprojekten der Europäischen Union teilgenommen, in denen es auch um die Reduzierung von CO2 durch Einlagerung in der Erde ging.

“Die Zutaten sind einfach”, erklärt Krischenowski, “Das fängt mit torffreiem Humus an, geht über schadstoffreie Biokohle, effektiven Mikroorganismen (sprich Sauerkrautsaft) und Tonerde.” Genau daraus hätten indigene Indianer im Amazonas-Urwald vor vielen tausend Jahren einen immer-fruchtbaren Boden geschaffen.

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Holzkohle von der Terra Preta GmbH – Nahansicht. Quelle: TERRA PRETA GmbH

Krischenowski produziert so heute auf nachhaltige Weise eine extrem fruchtbare Erde, die dazu noch die Erosion der sowieso nährstoffarmen Böden in Brandenburg bremst und dem Klimawandel etwas entgegensetzen kann. Genau das  fordert der Weltklimarat IPCC in seinem neuen Gutachten zur Landnutzung als Instrument gegen die überschiessende Erwärmung der Erde bezeichnet hat. Krischenowski nutzt mit seinem Unternehmen eine Idee, die Menschen im Amazonasgebiet entwicklet hatten und die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Terra Preta, also auf portugisisch schwarze Erde, heißt sein Superhumus.

Die Idee gewinnt täglich neue Anhänger, aber “man macht sich die Agrarindustrie zum Gegner”, so Krischenowski. Aus der Terra-Preta-Forschung ist mittlerweile bekannt, dass das Einbringen von Holzkohle jahrtausendelang große Mengen CO2 in Form von Kohlenstoff im Boden speichern und damit die Bodenfruchtbarkeit durch die Erhöhung des Dauerhumusgehaltes nachhaltig verbessern kann. Denn in jedem Kilogramm Kohlenstoff, das eine Pflanze während ihrer Lebenszeit gebildet hat, stecken rund 3,6 Kilogramm Kohlendioxid. Kohlendioxid aus der Atmosphäre, das die Pflanze zum Wachsen braucht. Bei ihrer normalen Verbrennung oder Verrottung wird das Treibhausgas jedoch komplett wieder freigesetzt.

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