Das schwarze Gold vom Amazonas – Terra preta

Die rote Verwitterungserde des tropischen Regenwaldes am Amazonas ist nicht besonders nährstoffreich. Der größte Teil der Nährstoffe befindet sich in einem ständigen Kreislauf von wachsenden und abgestorbenen Pflanzen. Stirb ein Baum, werden dessen Nährstoffe nicht im Boden gespeichert, sondern sofort von anderen Pflanzen wieder genutzt. Die Speicherung von Nährstoffen in der Muttererde oder einer Humusschicht, wie wir es kennen, gibt es im Regenwald kaum.

Wird der Regenwald von Bauern für ihre Landwirtschaft brandgerodet, so düngt die Asche der Pflanzen und Bäume den Boden gerade mal für 2-3 Jahre, danach sind die Böden ausgelaugt und die Bauern müssen weiterziehen.

Die schwarze Erde Terra Preta hingegen kann Nährstoffe und Feuchtigkeit speichern und bildet damit die Basis für eine dauerhafte Bewirtschaftung der eigentlich kargen Böden.

Terra Preta ist wahrscheinlich durch Menschenhand entstanden. Man nimmt an, dass vor mehr als 2000 Jahren die Ureinwohner am Amazonas Holzkohle, Muschekalk, Abfälle, eigene Fäkalien, Haustierdung, Knochen und andere Hausabfälle unter die unfruchtbare Erde mischten.

Durch ein komplexes und bis heute nicht geklärtes Zusammenspiel von Temperatur und Feuchtigkeit entwickelte sich daraus ein weltweit einmaliges symbiotisches Geflecht von Mikroorganismen und Partikeln. Das Ergebnis dieser Umwandlung ist eine tiefschwarze, humusartige und fruchtbare Erde namens Terra Preta, schwarze Erde.

Die heutige Terra Preta enthält neben Humus mit unzähligen Bodenorganismen vor allem sehr fein verteilte Holzkohle und Muschelkalk. Diese komplexe System sorgt dafür, dass Nährstoffe im Boden gehalten werden und neu hinzutretende Nährstoffe aus Luft, Wasser und Humus ebenfalls gebunden werden.

Die Terra Preta vermag zudem normale Erde und Humus, die man zur Terra Preta hinzugibt, ebenfalls umzuwandeln. Dieser Vorgang sorgt für ein stetiges Wachstum der Terra Preta Schicht.

Der Vorgang kann zwar mehrere Wochen oder Monate dauern, für die Bauern in Amazonien ergibt sich damit aber die Möglichkeit, ein einmal mit Terra Preta “geimpftes” Feld beständig auszuweiten. Auch große Plantagen nutzen mittlerweile Terra Preta.

Woher kommt die Fruchtbarkeit von Terra Preta? Hier gibt es die Antworten.