Mit dem portugiesischen Wort Terra Preta bezeichnet man schwarz aussehende Erden bzw. Böden, die von Menschenhand entstanden sind. So grenzt sich der Begriff Terra Preta von der auf natürliche Weise entstandenen Schwarzerde ab. Beiden Bodenarten gemein ist ein hoher Gehalt an Pflanzenkohle (Biokohle), der i.d.R. bei etwa 10 -40% liegt.

Die mit Terra Preta, auch Terra Preta do Indio genannt, bezeichneten Böden sind vorwiegend im Amazonasgebiet vorzufinden, aber auch in anderen tropischen Gebieten der Erde, wo sie unabhängig von einander geschaffen wurden. So besteht Terra Preta im Gegensatz zu Schwarzerde zusätzlich zum wichtigsten Bestandteil Holz- bzw. Pflanzenkohle, auch aus einer Mischung von menschlichen Fäkalien, Dung und Kompost, Muschelkalk, Tonscherben und häufig auch Knochen und Fischgräten.

Die klimatischen Bedingungen der Tropen begünstigen die Entstehung der Terra Preta Böden, die nicht nur in den südamerikanischen Ländern u.a. Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Französisch-Guayana zu finden ist, sondern auch in Afrika (u.a. Ghana, Sierra Leone, Liberia, Guinea), Südostasien (u.a. Indonesien) und auch in Europa (u.a. Deutschland und Schweden). Häufig finden sich die Terra Preta Flächen in der Nähe von heutigen oder ehemaligen Flussläufen.

Entstehung der Terra Preta

Wie die hoch-fruchtbare Schwarzerde wurden auch die Terra Preta Erden in  jahrhunderte- bzw. jahrtausendelangen physikalisch-mechanischen und biologischen Prozessen geschaffen und intensiv genutzt. Nach Hochrechnungen von Wissenschaftlern, sie sich auf Satelliten-basierte Daten beziehen, könnten mehr als 10% der Böden des Amazonasbeckens von Terra Preta Böden bedeckt sein.

Terra Preta und Eldorado

Dieser Fakt hat auch der Sage der goldüberzogenen Metropole Eldorado neuen Vorschub gegeben, von der die ersten Spanier und Portugiesen vor rund 500 Jahren bericheten. Nach Schätzungen könnten damals 5 bis 10 Millionen Menschen im Amazonsgebiet gewohnt haben, auch in große Städten mit mehreren 100.000 Einwohnern. Durch Terra Preta lässt sich erklären, dass diese Menschen damals trotz der kargen Urwaldböden eine Nahrungsgrundlage hatten. Dies ist auch in Übereinstimmung mit der Entstehung der meisten Terra Preta Böden ab dem 7. Jahrhundert. Besonders interessant ist, dass die Böden seit dieser Zeit kaum an Fruchbarkeit verloren haben, sondern zudem noch in ihrer Ausdehnung gewachsen sind.

Links

http://www.zeit.de/2011/49/Terra-Preta