Stimmen und Zitate zu Terra Preta

Terra Preta ist die mittlerweile oft verwendete Bezeichnung für Schwarzerdeböden, und zwar solche, die durch Menschen entstanden sind und in mehreren Teilen der Welt, aber vor allem im Brasilianischen Amazonasurwald von Landwirtschaftswissenschaftlern und Archäologen entdeckt wurden. Seit rund 10 Jahren Zeit erlebt diese Technik eine Wiederentdeckung für die landwirtschaftliche Praxis. Vor allem durch die von uns angebotenen Informationen ist sie auch für Kleingärtner und Selbstversorger interessante. Die Terra Preta hat zahlreiche Vorteile und bieten echten Nutzen: Sie frischt nährstoffarme, sandige und ausgelaugte Böden auf, steigert die Menge und Qualität landwirtschaftlicher Erträge und verbessert die Bodenqualität über Jahrzehnte hinweg nachhaltig. Terra Preta schützt vor der Austrocknung und der Auswaschung von Bodennährstoffen, die enthaltene Biokohle bindet giftige Stoffe im Boden, zu saure oder basische Böden kommen wieder ins ph-Gleichgewicht. Nicht zuletzt ist jede Anwendung von Biopflanzenkohle aktiver Klimaschutz, denn die Terra Preta entzieht das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) dauerhaft aus der Atmosphäre.

Aktuelle Beiträge aus Zeitschriften

“Vielleicht war es der Zufall, der den Indios Amazoniens das „schwarze Gold“ bescherte. Pflanzenreste, Knochen, Gräten, Asche und verkohltes Holz kippten sie in ihren Siedlungen auf Halde. Schwelbrände taten ein Übriges. Dann stellten die Bauern fest: Auf den verschmurgelten Komposthaufen im Dschungel wuchs der Mais gleich doppelt so hoch. Terra Preta, schwarze Erde, heißt der fruchtbare Boden, den die Ureinwohner bald großflächig entlang dem Amazonas ausbrachten oder – nach noch immer nicht vollständig gelüftetem Rezept – direkt auf den Feldern ansetzten. Mindestens zehn Prozent Amazoniens sollen bis heute von dem Material bedeckt sein.” (aus Der Spiegel 27 / 2009, Seite 108-109)

 

“Mit der Herstellung von Biokohle wollen Forscher das Klima retten, den Energiemangel verringern und Hungersnöte bekämpfen. Ingenieure tüfteln bereits an einem wirtschaftlichen Produktionsverfahren. Die Republik Malediven, so will es ihr Präsident, soll bis zum Jahr 2020 vollkommen CO2-neutral sein. Und der Inselstaat im Indischen Ozean hat gute Gründe, beim Klimaschutz den Vorreiter zu geben. Der größte Teil seiner Landfläche liegt nicht mehr als einen Meter über dem Meeresspiegel. Wenn der steigt, geht das Land unter. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, will die Regierung das Kohlendioxid, das ihr Land ausstößt, einfangen – und zwar mit Kokosnüssen. Das ist kein Witz. Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, markiert nichts Geringeres als die Geburt einer neuen Industrie. Überall auf der Welt treten plötzlich Firmen mit dem Versprechen an, Biomasse wie das stinkende Zeug aus der braunen Tonne, Rasenschnitt, Biertreber, Hühnermist, Kokosschalen oder auch ganze Wälder in sogenannte Biokohle zu verwandeln und damit den Kohlenstoff dauerhaft zu binden.” (aus Print-Ausgabe Technologie Review 01/2010)

 

“Sie sind über 2000 Jahre alt und haben bis heute nichts von ihrer Fruchtbarkeit verloren: Die Terra-Preta-Böden in den Regenwäldern des Amazonas zählten bislang zu den nicht entschlüsselten Wundern in der Menschheitsgeschichte. Während über 80 % der Urwaldböden hochgradig verwittert sind und keinerlei Nährstoffe speichern, weisen die „Schwarzen Erden“, so lautet die Übersetzung, eine dauerhaft exzellente Produktivität auf. PD Dr. Bruno Glaser, akademischer Rat der Abteilung Bodenphysik an der Universität Bayreuth, ist es gelungen, die Entstehung dieser einzigartigen Böden aufzuklären. Mit diesem Verständnis könnte es gelingen, die weltweit 1,5 Milliarden Hektar Sandböden sowie die anderen stark degradierten Böden nachhaltig aufzuwerten.” (aus Flur und Furche 2008, Seit 15-16)

 

 

“In den fünfziger Jahren, zu Beginn seiner Laufbahn als Bodenforscher, bereiste Sombroek die Amazonasregion. Zu seiner Verblüffung fand er dort Gebiete mit reichem, fruchtbaren Boden. Dabei weiß doch jeder Studienanfänger der Ökologie, dass die Böden des Amazonas-Regenwaldes empfindlich und arm sind.” (Aus National Geographic, Oktober 2008)

Weitere Beiträge im GEO (Ausgabe März 2009)

 

Arte TV 2005

Terra Preta: Das schwarze Gold des Amazonas, eine Dokumentation von Peter Adler

Bis vor kurzem galt die “grüne Hölle” am größten Flusssystem der Erdeals urtümliche, seit Jahrtausenden scheinbar unberührte Landschaft. Doch nicht weit entfernt von Manaus, der Millionenmetropole am Amazonas, fand der brasilianische Archäologe Eduardo Neves kunstvolle Scherben, ganz offensichtlich Relikte einer frühen Zivilisation. Eine Erinnerung an längst vergangene Städte und Reiche? Neves und sein amerikanischer Kollege Jim Petersen glauben, im Urwald auf die Reste großer Dörfer gestoßen zu sein.

Die “Terra preta do Indio”, fruchtbarer schwarzer Boden, liegt wie kleine Inseln in dem sonst extrem unfruchtbaren Amazonasgebiet. Überall dort, wo der Regenwald brandgerodet wird, ermöglicht die Asche nur kurzzeitig Ackerbau. Schnell ist der Boden ausgelaugt, die teure Bewirtschaftung mit Kunstdüngern können sich die Farmer nicht leisten. Sie brennen stattdessen immer neue Waldflächen nieder – ein Teufelskreis.

Agrarwissenschaftler und Bodenkundler sind sich inzwischen sicher, dass “Terra Preta” von Menschenhand geschaffen wurde – doch wie? Darum geht es bei dem “Terra Preta Nova”-Projekt, an dem die Wissenschaftler weltweit in ihren Labors und auf Versuchsfeldern experimentieren. Denn eine kombinierte Düngung mit Holzkohle, Biomasse und Kompost könnte aus eigentlich unfruchtbaren Böden blühende Landschaften machen und damit entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung armer Regionen beitragen sowie die weitere Zerstörung der Regenwälder verhindern.